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Demografischen Wandel aktiv gestalten

Der Rehborner Gemeinderat befasste sich in seiner Sitzung am 19. Juli 2016 fast ausschließlich mit dem Thema Demografie, der Bevölkerungsentwicklung in Rehborn.

Ortsbürgermeister Thomas Link berichtete dem Rat eingangs, dass in den vergangenen Wochen mehrere leerstehende Häuser verkauft wurden und damit vor einem Wiederbezug stehen. Der Vorsitzende erinnert auch daran, dass vor einigen Jahren prognostiziert wurde, dass es in Jahrgängen keine einzuschulenden Kinder aus Rehborn geben würde – dies hat sich nach der neuesten Statistik vom 30. Juni 2016 mit bis zu 7 Kindern geändert.

Marco Rohr von der Kreis- und Regionalentwicklung des Landkreises Bad Kreuznach führte eine zweigeteilte Präsentation für die Landes- und Landkreisebene sowie für Rehborn vor.

Aufgrund der bislang guten Infrastruktur mit Geschäften der Grundversorgung und der guten ÖPNV-Anbindung wirkt sich der demografische Wandel einer immer älter werdenden Bevölkerung in Rehborn noch nicht so stark aus, wie in anderen Gemeinden im Umkreis. Diese Umwälzungen werden aber auch hier kommen und sollten auch als Chance verstanden werden.

Stichworte dazu:

  • Finanzen der Gemeinde
  • Infrastruktur
  • Kinder- und Familienfreundlichkeit
  • Integration von Neubürgern
  • Freiwilliges Engagement
  • Vereinswesen
  • Arbeitsmarkt
  • Seniorenpolitik
  • Wohnungsmarkt
  • Zusammenleben der Generationen

Die zentrale Frage ist allerdings: Wie wollen wir 2030 in Rehborn leben und wie wollen wir hier gemeinsam älter werden?

Die Ratsmitglieder diskutierten mit Marco Rohr über das Gesehene. Sie kamen überein, dass man die Unterlagen zur Dorferneuerung aus dem Jahr 2005 ggf. überarbeiten und auch energetische Aspekte angehen sollte. Der Vorsitzende wird beauftragt, die zuständigen Mitarbeiter der Kreisverwaltung, Thomas Kruse (Dorferneuerung) und Simon Haas (Klimamanager), in eine Sitzung des Rates einzuladen.

 

 

Dorferneuerung vor dem Hintergrund Demografie;

 

Information durch Herrn Thomas Kruse, Kreisverwaltung Bad Kreuznach

In der Gemeinderatssitzung vom November 2016 war Thomas Kruse Referent zum Thema Dorferneuerung, welches er im Landkreis betreut.

Gem 2016 Dorferneuerung Thomas Kruse

Zur Veranschaulichung von Maßnahmen, die bereits im Dorferneuerungsprogramm umgesetzt wurden, führte Herr Kruse eine Bilddokumentation vor. Sie zeigt das vorher und nachher gelungener Hausumbauten.

Die Anerkennung Rehborns als Dorferneuerungs-Gemeinde liegt vor. Somit wäre laut Herr Kruse das Konzept nur zu überarbeiten und könnte somit wieder aufleben.

Als ersten Schritt zum Wiedereinstieg empfiehlt er, eine Bürgerversammlung einzuberufen, um die Bürger zu animieren. Diese wird etwa im März 2017 terminiert.

Die Mitarbeiter der Kreisverwaltung sind für die Beratung zuständig, die Zahlung der Fördermittel erfolgt ebenfalls durch die Kreisverwaltung.

Nur eine umfassende Sanierung ist förderungsfähig (keine Einzelmaßnahmen wie z.B. nur neue Fenster). Im privaten Bereich beträgt die Förderung 20 % der Kosten, höchstens 20.000 Euro. In einem Zeitraum von 3-4 Jahren muss die Maßnahme abgeschlossen sein. Seit 2005 haben etwa 12 Rehborner eine Förderung abgerufen.

Eine Förderung kann nur für Wohngebäude, die vor 1940 errichtet wurden, sowie für die erstmalige Herstellung von Wohnraum beantragt werden. z.B. Umbau einer Scheune zur gewerblichen Nutzung wie Büro oder Personalräume, aber keine Werkstatt.

Je nach Nutzung des Förderobjektes ist eine Doppelförderung nur in Ausnahmefällen möglich. Erstens aus dem Dorferneuerungsprogramm sowie durch die KfW-Bank. Dann ist die Sanierung in zwei Maßnahmen zu trennen.

Von der Gemeinde Rehborn wurden bereits ab den Jahren 2002/03 einige Maßnahmen im Dorferneuerungsprogramm durchgeführt, z.B. Anlegung des Naturlehrpfades, Dacherneuerung am Gemeindehaus. Öffentliche Maßnahmen werden in der Regel mit 40 - 50 % bezuschusst, in Ausnahmefällen bis zu 65 %.

Straßen und Kirchen sind nicht förderfähig.

Herr Kruse wurde auf die geplante Errichtung des Gemeindehauses angesprochen. Nach dessen Aussage ist der Erwerb des Grundstückes oder Gebäudes schon förderfähig. Des Weiteren ist die Gebäudenutzung entscheidend. Herr Kruse erklärte sich bereit, sich das Gebäude anzusehen und hat der Gemeinde seine Unterstützung angeboten.

Nähere Informationen: Thomas Kruse, Telefon 0671 / 803-1634.